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Gigi Sabelli     “Sì, certo. Possiamo rimanere amici in ogni caso”; “Ti andavo bene finchè i tuoi amici non si sono impicciati”; “Il mio amore è amore, il tuo amore è odio”.

Parte dai titoli, ma anche dalle impietose e stringatissime note di copertina la tremenda autoironia di questo disco, in cui Fields sembra voler riflettere con cadenze tragicomiche sull’amarezza e sul fatalismo degli incontri sbagliati della vita. Come quello con un musicista che “sembra apprezzare la tua musica ma poi, appena trova un ingaggio migliore, se ne va dal tuo gruppo”.

Il fil rouge di una drammatica e nuda concretezza sembra proseguire con perfetta continuità in una musica suonata da una chitarra elettrica privata di ogni orpello effettistico, da un contrabbasso e da una batteria.

Quindi un trio non certo insolito nel jazz moderno, ma abbastanza raro da incontrare nella discografia free. Un tratto originale accentuato da un’improvvisazione incasellata tra temi molto spigolosi ma rigorosi e da un’improvvisazione continua alle cui spalle lavora un bassista capace di porsi in linea quasi telepatica con gli altri due e la percussività del giovanissimo portoghese Lobo.

Il primo è il quarantaduenne Gramss, anche lui come Fields vive a Colonia e ha collaborato tra gli altri con Fred Frith, Rudi Mahall e Tom Cora. Lobo si è già ascoltato in Italia con musicisti decisamente lontani da qui: Enrico Rava, Giovanni Guidi e Mauro Negri. In questo disco si rivela in grado di conferire proprietˆ espressiva anche quando si toccano vertici di radicalismo improvvisativo.

Apparentemente è lui il regista di tempi spezzati e multiformi che sostengono una sorta di insistenza armonica in cui un’immensa gamma di soluzioni passa attraverso arpeggi chitarristici, linee atonali velocissime o un’informalità grattuggiata. 4 stelle —   All About Jazz, Italy

Jim Santella     Beckett features the Scott Fields Ensemble in a tribute to the work of playwright Samuel Beckett (1906-1989). Running helter-skelter and varied with much emotion, the quartet members interact as characters in a play, letting their conversations come and go without restraint. Tenor saxophone, cello, drums and percussion and the leader’s fiery guitar make each composition sparkle with animation. They prefer short, choppy statements that move back and forth from one artist to the next. Whereas most Free Jazz ensembles fit the pieces together in such a way that they’re able to deliver their music simultaneously, Like the script for a play, each artist here becomes a character in the composer’s arena. They juggle their musical lines with such seamless delight that it all seems quite natural. However, the music runs detached and choppy for the most part. While much of the program flits back and forth, there’s considerable space between the lines. Fields’ comfortable guitar remains capable of expressing a wide range of emotion, from quiet inhibition to rage. Cellist Scott Roller fulfills the role of melody-maker as well as providing the underlying rhythmic pulse. John Hollenbeck colors with swirling activity, while saxophonist Matthias Schubert contributes considerable thematic material. Beckett was a minimalist who allowed his work to grow increasingly cryptic. What a perfect match for Scott Fields, who points his latest improvised project in the same direction with much success. —   Cadence Magazine

Alexander Schmitz     Es gibt Neues von Scott Fields, dem WahlKölner aus Chicago, der 1995 und (dank der Reissue) nochmals 2010 mit seinem „Fugu“ — Ensemble so eindrucksvoll demonstriert hatte, wie schön improvisierte (Gitarren-)Musik sein kann, wenn sie ohne handwerkliche Brechstange gespielt wird. Und dann war es vom größeren Ensemble zum Duo für Scott nur noch ein kleiner, eigentlich logischer Schritt. Dialog, meint er, sei schließlich die ergiebigste Kommunikationsform. Nun also sein Duo mit dem Tenoristen Matthias Schubert, und wieder der Eindruck, dass es einem niemand leichter macht als Scott Fields und sein Partner, den Verhau an stilistischen Pseudo-Kennungen, Labels, Rubrizierungen, Kategorisierungen und Ein- oder Zuordnungen ganz schnell zu vergessen oder einfach für obsolet zu erklären.

Was Scott an der Gitarre und sein musikalischer Gesprächs-Partner am Sax hier in ihren sieben Zwiegesprächen zustandebringen, ist nichts weniger als der wieder wunderbar gelungene Versuch, von semantisch greifbaren Tete-a-tetes alles an semantisch Greifbarem zu subtrahieren. Übrig bleiben der dialogische Gestus und ein außerordentlich üppiger Strauß an Emotionen. Im letzten Stück, „GidgetWidget Wacker“ wird sogar noch ein Stück weiter reduziert und sich konzentriert auf das nur noch wirklich Unentbehrliche: das Geräusch jenseits aller herkömmlicher Stimmlichkeit. Das ist musikalisch ob seiner Schönheit mal bewegend, mal spaßig, mal verblüffend. Und es ist einfach beeindruckend, was der Wille zum authentischen Zwiegespräch jenseits oder diesseits der Sprache der Wörter hervorzubringen vermag. Und wie sich Archetypisches, Vorzeitliches ins Heute einpasst, als wäre es schon immer mit dabei gewesen. Und das war’s ja auch. —   Jazz Podium



    Er war etwas über 20, als er sich erst mal für 15 Jahre aus dem Musikgeschäft zurückzog. Dann war er wieder da, 1993/94, und nahm 1995 „Fugu“ auf, auf seinem eigenen, nur kurze Zeit aktiven Avantgarde-label Geode. Er hat klassische und Jazzgitarre gespielt, und dass „Fugu“ nun wieder veröffentlicht wurde, ist ein Segen. Scott Fields spielt hier ausschließlich Nylonstring, und mit im Team sind der Cellist Matt Turner, Perkussionist Geoff Brady, John Padden am großen Bass und Robert Stright am Vibraphon. Und was dieses Quintett aufführt, lässt hellauf jauchzen. Dies ist kammermusikalisch improvisierte Musik vom Allerfeinsten, subtil, eher sanft, eher pastell als grell, eher wohltemperiert als aggressiv, nicht anarchisch, nicht provo, sondern von überraschender Eingängigkeit, ohne je ins Gefällige abzutauchen. Die Themen notierte Scott; die werden gespielt, und dann geht es, vier wiinderbar lange Stücke lang, immer tiefer hinein ins freie Spiel der Kräfte. Ursprünglich waren einige dieser Stücke für einen chinesischen Tänzer und Choreographen geschrieben worden; aufgeführt wurden sie nie, schon gar nicht „The plagiarist“, das einzige Stück in 4/4. Das sollte laut Partitur 300 Schläge p/m schnell gespielt werden, ein Affenzahn, den nicht mal ein chinesischer Tänzer bewältigen kann. Also spielt das Ensemble es etwas langsamer, d.h. immer noch sehr schnell. Der „Plagiarist“ ist das Herz des Albums, und was in ihm einzeln und kollektiv und in den anderen Stücken abläuft, ist einfach eine Offenbarung, die den Zugang zum Thema improvisierter Musik außerordentlich erleichtern kann. Bevorzugt werden weite Klangareale, die sich indes sehr wohl verdichten können zu hochdramatischen Cluster-Happenings. Aber diese Musik — „Poem for Joseph“, „The Big Mango“, „A carrot is a carrot“ wie das abschließende Titelstück — bleibt immer voller szenischer Überschaubarkeit und bei aller improvisatorischen Freizügigkeit immer zusammen gehalten von einer Disziplin, die man eher von modern klassisch spielenden Ensembles kennt. Man fühlt sich ein wenig erinnert an die 2009er Kooperative „Kiss the guitar player“ des holländischen Klimt!-Streichquartetts mit einigen Gitarristen. Aber das spielte sich noch diesseits der ganz, ganz großen Freiheit ab.

Hier schlägt schon mal die höchst reizvolle Besetzung mit Kontrabass, Cello und Vibes Brücken zum Jazz. „Fugu“, das Stück, steht dafür beispielhaft. Und macht von A bis Z klar, dass das, was hier geschieht, wirklich nichts zu tun hat mit Barock-JazzKlischees, Third Stream ˆ la MJQ oder Brubeckschen Experimenten mit verrückten Metren und Riesenorchestern. Man kann es ganz einfach sagen: Reizvoller, schöner, verzaubernder wurde man noch nie mitgenommen auf die Mitte der Brücke, die moderne Klassik und zeitgenössischen Jazz miteinander verbindet. Und leichter ist es noch nie gefallen, die Suche nach einem passenden Gattungsbegriff ganz einfach zu vergessen. —   
Jazz Podium



    Gleich zwei Alben von dem faszinierendsten Meisterartist auf dem Hochseil zwischen zwischen Free Jazz und Neuer (Kammer-)Musik, dem in Köln lebenden Chicagoer Scott Fields. Für das erste Album, 2009 live im Kölner Loft aufgezeichnet, hat er die Gitarre zuhause gelassen. Als Komponist dirigiert er ein 24-Köpfe-Ensemble mit vielen Blech-, wenigen Holzbläsern, mit Violine, Viola, Bass, Akkordeon und drei Herren an Analog- und Digitalcomputern, von denen man kaum was merkt, eine Hommage an den japanischen Elektronik-Doyen Merzbow als Meister des Leisen und ein vierteiliges Werk. Wer über die Titel der Werke und den Orchesternamen Verwirrung verspürt, wird in Scotts Liner Notes stimmungsfördernd aufgeklärt. „Moersbow“ macht sich die Tugenden des Japaners zueigen, was Scott nie schwer fällt, wie er seit. „Fugu“ (2010) oder den „Minaret Minuets“ mit dem Tenoristen Matthias Schubert beweist. Und so wird „Moersbow“ im Wesentlichen auch zum wunderbaren abstrakten Klanggemälde mit Haarlinien, winzigen Farbfeldern und subtilen Schattierungen. Die vier „OZZO“ -Sätze sind etwas lebhafter, polyrhythmischer mit Pizzicati, viel Flageolett und einer Menge oft einfach spannendem Interplay. OZZO 2 und 3 zeugen von der instrumentalen Kunst des kreativen Durcheinanderbrabbelns ohne je zu brüllen; OZZO 4 handelt von der Kunst des freien Diskurses oder Wie man Sinnlosigkeit zu sinnhaftigkeit machen kann, ohne Freiheiten einzuschränken.

„Frail Lumber“ stellt das neueste Scott Fields Ensemble vor, nun mit gleich zwei E-Gitarren (die andere spielt Elliott Sharp), Daniel Levin und Scott Roller, cello, Axel Lindner und Mary Oliver, v, und Jessica Pavone und Vincent Royer, viola, und zwar in fünf Stücken, von denen vier zwischen 15 und 19 Minuten lang bzw. lang ausfallen. „Ziricote“ dürfte ähnlich entstanden sein wie die Stücke damals auf „Fugu“, mit notierten Vorgaben, über die zunehmend freier improvisiert wird. Auch hier wieder fasziniert, dass man bei Fields immer den Eindruck hat, es mit sehr wohl konstruierten „Formen“ des Abstrahierens zu tun hat. Das wird im zentralen Werk „Paulownia“ besonders gut erkennbar, in dem eine Gitarre und dann ein gezupftes Cello zeitweilig für laufbassähnliche Linien sorgen, die in ihrer rhythmischen Beständigkeit den Zusammenhalt des Ensembles sichern. Das ist keine Konzession, sondern das entspricht ziemlich genau dem Ort, an dem Scott Fields sich offenkundig am wohlsten fühlt und auch, als Komponist wie als Musiker, am besten ist: wenn er den Kreis schließt, in dem freier Jazz und moderne Kammermusik eins werden. Er ist halt der mild maniac unserer Tage. Immer Poet, nie Anarchist. —   
Jazz Podium



     Als in diversen Rezensionen bekennender Bewunderer des Komponisten, Gitarristen und Wahl-Kölners aus Chicago behauptet yours truly: Das musste ja so kommen. Und dass es so gekommen ist, ist ein Segen: Scott

Fields’ hinreißend schönes musikalisches Tete-a-tete mit dem in New York lebenden Komponisten, Flötisten und Shakuhachi-Spieler Jeffrey Lependorf. Mit ihren Zen-Seelen sind die zwei wie füreinander geschaffen. Seit 1964, als Tony Scott seine „Zen Meditation“ -LP vorlegte und die Jazzwelt zu völlig neuer Besinnung brachte, mag man Hosan Yamamotos Shakuhachi, die klassische japanische Bambusflöte, assoziiert haben. Fortan wird man bei „Shakuhachi“ auch (oder nur noch) an Jeffrey Lependorf denken, notabene den, der mit Scott Fields im Duo eine unendlich schöne Platte gemacht hat, eben diese, deren Titel an eine Episode aus Lependorfs Lehrjahren bei John Cage anspielt.

Damals also Koto, heute Gitarre. Ob er wie 2010 im Duo mit dem Tenoristen Matthias Schubert die „Minaret Minuets“ aufnahm oder ein Jahr später das 24-köpfige Multiple Joyce Orchestra dirigierte — es macht keinen Unterschied: Scott Fields ist unter den wenigen Gitarristen/Komponisten von Rang der poetischste, reinste, sensibelste Schöpfer musikalisch feinster Pinselstriche, dessen Musik immer erinnert an die makellose, sinnstiftende Schönheit chinesischer Ideogramme. Seine musikalische Poetik ist der des sinojapanischen Kulturraums so nah, dass das Get-Together mit Lependorf einfach stattfinden musste. Scott ist ein Gary Snyder der Musik.

Überraschend hier ist. dass es neben den fünf Fields- und zwei Lependorf-Stücken ein „Naima“ gibt, das mehr noch als die eigenen Stücke wie „Objects in relation to other objects“ oder, Zentrum des Albums, „The politics of solitude“ verdeutlicht, wie Scott musikästhetisch „tickt“. Coltrane wird nicht verbogen, nicht verhitscht. nicht verbalhornt; er wird gewissermaßen werktreu übertragen, auf die sanfte, behutsame, kluge, die schönste Seite der zeitgenössischen Avantgarde. Für sie steht Scott Fields. Und Jeffrey Lependorf. Garanten für ein Album, das man sein Leben lang nicht mehr vergisst. —   
Jazz Podium

Tom Sekowski     Guitarist Scott Fields points out in the liner notes to his latest record We Were The Philks: “It is my habit to set myself some rules for each project I compose. Otherwise the world is just too big for me. For my contributions to The Phliks book I made myself a rule that every tune would include traditional notation, graphical notation, and improvisation. In the Phliks pieces I would blur the distinction between notated and improvised material.” When one listens to the 70-minute work, a distinct sense of confusion comes about. What is composed and what is improvised? Then again, when the music is this solid, does it really matter? Fields has assembled a stellar cast for the project. His ensemble includes Thomas Lehn on analogue synth, Matthias Schubert on tenor sax and Xu Fengxia on guzheng. Fields’ music sparkles with an unspoken intensity. While his guitar hums with electric sparkles, put together with Xu Fengxia’s distinct hollow guzheng, it is a killer. Add to this Schubert’s intensely satisfying tenor gale blows and Lehn’s other-worldly synth slabs and you’ve got yourself a tight band kicking up a storm. As the sounds alternate between more serene passages and those that simply rock, the music moves in a natural, nearly cyclical way. If there is one factor that sticks out of the mix, it’s got to be Thomas Lehn and his squeaky synth. In applying simple pressure tactics, he often times convinces the other players to follow along into alien territories he favours to tread. Wildly satisfying record from beginning to end. —   Gaz-Eta



    Working in a different ensemble altogether, Fields’ playing turns into a different animal altogether. Double trio that he put together sometime around mid 90’s, provides the leader ample opportunity to stretch out as a composer and improviser. Competing with him on guitar is Jeff Parker, while the rhythm section is made up of Jason Roebke and Hans Sturm on bass and Michael Zerang and Hamid Drake on percussion. Best thing is each player has its own channel to play into, thus giving perfect chance to hear point-counterpoint between what the other partner is doing at the same time. Fields here sounds more relaxed. In fact, his playing is akin to his better Music & Arts records from mid 90s. A little on the angular side, but still romping up a healthy dose of all over the map picking. At times bluesy, while other times completely free, it’s difficult to imagine all of these pieces were actually composed. Much of the guitarist’s work sounds somewhat similar to what James Blood Ulmer used to do in the mid 70s. Roebke and Sturm complement each other quite well, shifting between pure arco and some nasty finger picking action, while both percussionists keep a firm beat on the proceedings. Each takes a turn at soloing, while Drake is master of keeping his distinct personality on the record. Originally released in limited quantities on Fields’ own Geode imprint, the record is finally seeing a much deserved reissue. Glowing with a warm heart and ideas to spare, it’s safe to put Dénouement as re-issue of the year so far. —    Gaz-Eta

Ken Shimamoto     Guitarist Scott Fields is a Chicagoan by way of Madison, Wisconsin, who now resides in Cologne, Germany. He had a “countercultural” adolescence and started out playing blues in bars while still underage before falling under the spell of the Windy City’s Association for the Advancement of Creative Musicians. (“A Poem for Joseph,” which opens his album Fugu, is dedicated to Art Ensemble of Chicago saxophonist Joseph Jarman, with whom Fields has performed.) He put down his guitar when he was 21 and picked it up again 15 years later, earning a journalism degree in the meantime, although you wouldn’t know it from his infuriatingly convoluted liner notes. Fugu is a reissue of a 1995 date first released on his own short-lived Geode label. The pieces were written to accompany dancers but their tricky, irregular meters proved unsuitable for that purpose. The music’s subtly stunning on its own terms, though, performed by an unit of mainly classical players whose fiery interpretations of Fields’ compositions belie their academic backgrounds. Cellist Matt Turner and vibist Robert Stright particularly shine. —   Stash Dauber



     5 Frozen Eggs is a reissue of a 1996 recording by guitarist Scott Fields that was originally released on the Music and Arts label. On it, he’s joined by longtime Anthony Braxton pianist Marilyn Crispell, his fellow Chicagoan Hamid Drake on drums, and bassist Hans Sturm. Fields’ compositions are introspective and impressionistic, with episodes that sound improvised but are in fact through-composed. Guitar-wise, he usually occupies some of the same sonic space as John McLaughlin did circa Extrapolation (before discovering Sri Chinmoy and distortion), his tone astringent, his ideas abundant. On “Little Soldiers for Science,” Fields dirties the sound up a bit, his lines juxtaposing crazy intervallic leaps and glisses with hammers and clusters of notes. The other musicians swirl around him like a sorcerer’s spell.—   Stash Dauber

Bill Shoemaker     Scott Fields’ music prompts questions, usually quickly: Where’s the line between the bold conceptions and the meticulous execution? Between the composer and the improviser? Between the jazz and what’s beyond category? Much to the guitarist’s credit, the answers are almost always elusive, as is the case with Samuel, Fields’ second collection of compositions drawn from the texts of Samuel Beckett. Given that, as measured in discographical time, the album comes on the heels of Beckett — the 2006 Clean Feed collection also featuring Fields’ quartet with tenor saxophonist Matthias Schubert, cellist Scott Roller and percussionist John Hollenbeck — spinning this more innocuously titled album without making the connection is not surprising. The music is sufficiently compelling to initially keep the booklet with Dan Warburton’s informative notes off to the side. The quartet has an incisive bead on the material; their ensembles are bristling; and their ability to sustain the finely calibrated development of the materials in three contrasting pieces of 20 to 25 minutes in duration reflects an exemplary, collectively honed discipline. Sure, knowing Fields painstakingly ascribed pitch and duration values to Beckett’s texts facilitates a fuller reception of the work; yet, it is not required to dig the jagged and jangling materials. It certainly explains the ensemble’s aversion to lustrous decay; in conveying the bluntness of expression fundamental to Beckett’s texts, their dampened attack and clipped phrases establishes a temperamental continuity that is as essential to the music as adherence to the scores and the parameters for improvisation. This tints materials that would otherwise be more easily compared to the graying generation of Midwestern structuralist composers (although Fields has lived in Cologne since 2003, Chicago is still discernable in his music). Still, the ensemble’s fastidiousness in articulating Fields’ compositions does not diminish the individualism of the players; on the contrary, these are among the more engaging performances to date by Fields himself and by Schubert and Hollenbeck, the more widely documented of his cohorts (the guitarist-like dexterity of Roller’s pizzicato always prompts a desire to hear more). This is another significant recording by Fields. —   Point of Departure

Elliott Simon     Both of these releases have prose as their muse and include drummer John Hollenbeck as a sideman. This is not surprising as Hollenbeck is a meticulous musician who has a proclivity for precision and a propensity for delicate phrasing. Electric guitarist Scott Fields fronts a quartet that employs free improvisation to depict more the form and feel than the storyline of five plays by Samuel Beckett while German bassist Henning Sieverts and his quintet cleverly construct a program of palindromic playfulness with 14 cuts based upon both literary and musical symmetry.

Beckett is best known as a minimalist who highlighted the conundrum of humanity’s despair in conjunction with the will to go on; Fields however has given him a surprisingly upbeat interpretation. Cellist Scott Roller and saxophonist Matthias Schubert are the two additional performers who round out this interesting quartet and they fit very well into what alternates between engaging dialogue and freeform soliloquy. Hollenbeck propels more with staccato jabs than by laying down a discernible rhythm track to set the overall prosody, setting the stage for creative interpretations. “Breath” maintains the original brevity of the stage-work but restages birth-cry to whimper while riffing off of the “birth-life-death” theme. The extended compositions pick up on bits and pieces of the originals: a pause, a single structure, the gestalt to develop a lively musical discussion of the dramatic material. —   All About Jazz

Pedro Sousa     Como explica Scott Fields nas “liner notes” desta gravação com Matthias Schubert, tocar em duo é uma interessante interacção na medida em que, na ausência de elementos extra que possam interferir com a linguagem estabelecida, os diálogos tornam-se extremamente claros e direccionados. O silêncio optado por um dos músicos poderá dar uma nova luz ou criar uma tensão não antes percepcionada ao que o outro poderá estar a tocar. Deste mesmo modo, quando os dois tocam em simultâneo, criam-se explorações timbrais ou dinâmicas em que um instrumentista parece querer sobrepor-se ao outro e isso permite a geração de novos ângulos para levar a música em novas direcções.

Fields e Schubert passam o álbum a criar e a destruir dinâmicas e situações, nunca permitindo que a música ganhe uma forma totalmente definida. O que se impõe é mesmo o ser híbrido constituído pela junção da guitarra e do saxofone — por exemplo, Matthias Schubert tem uma articulação muito baseada no staccato, mimetizando várias vezes as sonoridades guitarrísticas.

Acontece, porém, que, quando a dupla entra num registo mais modal, as angularidades perdem-se em favor de uma linha mais contínua de exploração lírica. Além disso, os grunhidos e os registos mais abstractos ou minimais de Schubert nem sempre criam mais do que um vago interesse. Uma obra cerebral para se escutar com atenção. —   Jazz.pt

Daniel Spicer      Chicago guitarist Scott Fields originally wrote this music to accompany a dance piece and, though it was recorded in 1995, there’s a definite mid-20th century feel to it, redolent of interpretive dance and abstract expressionism. That’s got a lot to do with Robert Stright’s vibraphone ü the sound of a wittily raised eyebrow ü which can’t help echoing Bobby Hutcherson’s twitchy mallet work on Eric Dolphy’s Out To Lunch from 1964. The Dolphy comparison also extends to Fields’s spry storytelling, with episodic compositions such as “A Carrot Is A Carrot” unfolding like tartly amusing character studies. There is seriousness here, too, and Matt Turner’s cello ü played largely straight and sonorous ü lends the pieces a plaintive gravity. When his solos fly off into wilder, free regions, recalling Joel Freedman’s mid-1960s work with Albert Ayler, it’s like a tuxedo being ripped open, Hulk-style, from within. —   The Wire

Tina Karolina Stauner     Der Chicagoer Gitarrist Scott Fields, in Köln lebend und mit diversen musikalischen Formationen wie z.B. dem James Choice Orchestra im experimentellen Improvisationsbereich arbeitend, hat mit Drawings eine Solo-CD veröffentlicht. Er spielte im Loft in Köln Miniaturen mit einer Gibson-E-Gitarre ein. Die 99 Kompositionen, keine länger als eine Minute, wirken wie Improvisationen, in denen Free-Jazz-Einsprengsel aufleben, einsame, schwermütige Bluesriffs angeschlagen werden, für Momente Heavy-Metal-Gitarrenattacken losbrechen, sich atmosphärisch-dröhnende Soundflächen einstellen, Garagenrocksound-Versatzsücke sich Raum verschaffen, Geräusch- und Tonexperimente eingebaut sind. In den kurzen Stücke nimmt sich Fields die Freiheit von Extemen, sich einerseits ruhig in eine sanfte Melodie einzufühlen und andererseits einem fahrig-heftig-harten Gestus von Rhythmus nachgehend. Wobei eine zutiefst lebendige, in sich stimmige Dynamik entsteht.

Auf dem Cover von Drawings sind die wei§en Linien einer Grafik auf schwarzem Grund abgebildet. Die kurzen Tracks der CD haben auch den Charakter von freier, ungegenständlicher Zeichnung. An abstrakten Expressionismus erinnernd. Und im speziellen geht es um den in Basel lebenden deutschen Künstler Thomas Hornung, der Inspiration für die Kompositionen war. Er verbringt so manchen Abend in seinem kleinen Wohnatelier am Zeichentisch. Minutenzeichnungen herstellend mit Kreiden auf schwarzem DIN-A4-Papier. Dabei Wein trinkend, Musik hörend. Cellostücke von Dvorak etwa. Blätter von Hornung waren Vorlagen für Scott Fields Partitur. —   Textem



    “Scharfefelder”: Ausschließlich zwei akustische Gitarren: left channel Elliott Sharp, right channel Scott Fields. Und freie Improvisation. Das Faszinierende der Aufnahmen: Sie führen in ihrem unruhig Experimentellen zu so konzentriert klarem spirituellen Raum, wie man es eigentlich von reiner Folkmusik gewohnt ist, die schon Musikgeschichte ist. Es entsteht ein Gefühl von Essenzialität. Das sich auf das ganze mögliche Spektrum von Free Jazz, Improvisation, Blues und Folk bezieht, mit dem souverän gespielt wird, um zu Destilliertem zu gelangen. Zu einer Art Purismus von Traditionellem und Avantgardistischem.

Man könnte zwar von der Fingerfertigkeit der beiden Gitarristen mit analysierenden Worten sprechen. Unvermutete Breaks, sperrige Akkorde, verquere Melodieläufe, nervölse Tonfolgen, extremen Wechsel von Sanftheit und Härte benennen. Doch mit Eloquenz könnte man vor allem der Grundstimmung, die sich beim Hören einstellt, nicht leicht nahekommen. Vielmehr passen dazu innere, landschaftsartige Bilder, sich synästhesieartig einstellend. Jamais-vu- und Déjà-vu-Fragmente ineinander geblendet.

“… Improvised duos are like a good conversation. Double guitars are a special case: reflections, counterpoints, figure and ground (…”, kommentiert Elliott Sharp in den Liner Notes. Scott Fields hingegen fügt hinzu: “…Although this material is flexible, it can be misunderstood …” Eher umgekehrt wirkt das bei den Songtiteln: Sharp benennt mit großem Assoziationsspielraum: “Branedrane” etwa lässt an D-Branen denken, die man sich als dynamische Objekte in einer höherdimensionalen Raumzeit vorstellt. Die unendlich ausgedehnt sein, aber auch ein endliches und sogar verschwindendes Volumen haben können. Das reißt auch gedanklich Raum auf. Wie auch einer der weiteren Sharp-Titel: “Freefall”. Fields Songnames hingegen klingen einfach verspielt und greifbar: “Between Octopus And Squid”, “Fresh Red Flea” oder “Big, Brutal, Cold Raindrops”.

Die beiden Akteure sind sonst auch in diversen Band-Projekten zu finden: Sharp, der Multi-Instrumentalist, der als Komponist auch für Ensembles arbeitet, in Downtown New York City. Und Fields, der Chicagoer, in Köln lebend, in diverse musikalische Gruppierungen involviert. —   Textem

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