Saarbrücken, Germany
Wie Feuer und Wasser: Matthias Schubert und Scott Fields
Der Berliner Saxofonist Matthias Schubert musizierte mit dem US-Gitarristen und Komponisten Scott Fields im Theater im Viertel. Dabei ergänzten sich Schuberts explosive Kraft und Scotts feinfühlige Ruhe vortrefflich.
Saarbrücken. Gleich zweimal hatte sich Matthias Schubert am vergangenen Wochenende bei der Saarbrücker Sommermusik angesagt: am gestrigen Sonntag zu einem Soloauftritt im Kleinen Theater im Rathaus. Zunächst hatte der Berliner Saxofonist am Freitag aber den bekannten, aus Chicago stammenden US-Gitarristen und Komponisten Scott Fields ins Theater im Viertel (TiV) mitgebracht. Rund 20 CDs veröffentlichte Fields als Chef und Co-Leiter und war häufig Gastmusiker. Die zahlreich erschienenen Jazzfans erlebten einen begeisternden Abend. Obwohl durchgehend Noten (aus beider Federn) auf den Pulten lagen, fehlte es keineswegs an Spontaneität und explosiver Vitalität. Dabei waren die Rollen klar verteilt. Für das geordnete Fundament und die leiseren Töne wie etwa feinfühlige Lautstärke-Effekte war Scott Fields zuständig. Selbst wenn sich der souveräne Hüne an der E-Gitarre mit knifflig verhakten kontrapunktischen Linien ins Geschehen einschaltete, dezent den Verzerrer anknipste oder schnelle Akkord-Tremoli anschlug - Fields strahlte Ruhe und Gelassenheit aus, seine Finger eilten mühelos übers Griffbrett. Ein Gegenpol zu Matthias Schubert wie das Wasser zum Feuer; nur löschte Fields glücklicherweise nicht Schuberts brodelnde Glut. Vielmehr ergänzten sich beide vortrefflich.
Das drahtige Berliner Energiewunder, regelmäßiger Sommermusik-Gast, empfahl sich einmal mehr als einer der führenden Experimental-Saxofonisten der internationalen Szene. Alle Muskeln angespannt, der ganze Körper in nervöser Bewegung, blies sich Matthias Schubert wieder die Seele aus dem Leib. Wann hört man ein Saxofon wütender fauchen, wann gellen Schreie aus dem Trichter schriller? Riesenapplaus, Zugabe. uhr