home



Mostly Stick      Haydn      everything is in the instructions      Kintsugi      Frail Lumber      Moersbow/OZZO      Minaret Minuets      Afiadacampos      what we talk      Samuel      Music for the radio program This American Life      Drawings      Scharfefelder      Bitter Love Songs      Beckett      We Were The Phliks      Song Songs Song      christangelfox      Plunderplunderphonics      From the Diary of Dog Drexel      96 Gestures      this that      Mamet      Dénouement      Hornets Collage      Five Frozen Eggs      48 Motives      Sonotropism      Disaster at Sea      Fugu      Running with Scissors

biography
events"
projects
recordings
equipment
sound
video
photographs
scores

contact

by publication
by author
by concert
articles
comparisons
errata
critics

Im weit gezogenen, immer anregenden   und meist übergangslosen Bereich zwischen ausgeschriebenen Stücken Neuer Musik und frei improvisieren Teilen bewegt sich der aufregende Saiten-Cluster des aus Chicago stammenden Komponisten Gitarristen und Bandleader Scott Fields. Das Ensemble scheut nicht davor zurück, die Klangbilder der Streicher mit seinen elektro-gitarristischen Tönen anzureichern. Das ergibt gleichermaßen kontrastierende wie ineinander gleitende Schichten. Titel wie “Sexual Perversity in Chicago” oder “A Future Congressman” weisen auf zeitgenössische moderne Fragestellungen in seiner Musik hin, die man mit den Abstraktionen der Bildenden Kunst vergleichen könnte, Anklänge an seiner oftmaligen Spielpartner Elliott Sharp kommen nicht unerwartet. Dass solche Töne Geschichten zu erzählen vermögen, bleibt seit Jahrhunderten ein aufregender Auftrag für “vielsaitige” Komponisten und Interpreten. — 4.5 stars    Concerto Magazine



Gegensätze ziehen sich an, immer   noch, Hier sind es die Elekrogitarre des als Rockmusiker startenden, inzwischen allseits geachteten Improvisationsmusikers und Komponisten Scott Fields. Dort ein Streichertrio, sas so noch nicht zusammengearbeitet hat, jeder Einzeine jedoch schon mit Scott Fields: Elisabeth Fügemann (Cello) und Axel Lindner (Violine) mit Fields im Multiple Joy(ce) Ensemble, Vincent Royer (Viola) bei vielen Gelegenheiten mit und auf Schallplatten von Fields.

Die Vorgaben, die Scott Fields in seinen Kimosition dem „Feartet“ (Wortspiel:Quartett - Viertett) aufgeschrieben hat, lassen dem Ensemble so viel Raum für Individualität, wie der Komponist es verantworten konnte. Und das ist eine ganze Menge. Denn Fields versteht das Streichertrio nicht als Ergänzung zu seinem Gitarrenspiel: es stellt den klangführende Raum generell dar. Im Zweiten Stück etwa, „A Future Congressman“, markieren die Streicher die durch Fields festgelegten Eckpunkte und nutzen sie als Startrampe für extrem „ungerade“ musikalische Linien. Ob horizontal oder vertikal — jedes endende Tongebilde, jedes noch so kurze Intermezzo greift direkt zum nächsten, zum neuen Tonfaden. Der CD-Titel „Kintsugi“ weist auf eine alte, aus Japan stammende Reparaturmethode für Keramik hin: Bruchstücke werden mit Lack verklebt, fehlende Scherben mit einer schichtweise auf getragenen Kittmasse ergänzt. Eine schöne Umschreibung für die Musik von Scott Fields. — Klaus Hübner,   Jazz Zeitung



Guitarist Scott Fields was born   and raised in Chicago. He originally played with both rock and avant-garde groups for several years, doubling on saxophones. Fields actually stopped active performing for 15 years starting when he was 23, working outside of music in Madison, Wisconsin while gaining degrees in journalism, economics and mass communications. However he was drawn back to music, moving to Cologne, Germany and becoming a major force in European jazz. He has mostly performed with top American and European greats in avant-garde music ever since including Michael Bisio, Marilyn Crispell, Hamid Drake, Michael Formanek, Gerry Hemingway, John Hollenbeck, Rob Mazurek, Myra Melford, Elliott Sharp and many others.

Fields’ String Feartet is a well named quartet that also features violinist Axel Lindner, Vincent Royer on viola and cellist Elisabeth Fügemann. Fields contributed the five compositions which include such intriguing song titles as “Sexual Perversity In Chicago,” “The Tragedy Of Spade Cooley” and “Snail Fight.”

The music on this unique set may not always be fearful but it is certainly quite avant-garde, with the written sections leading logically to the free group improvisations. Violinist Lindner and Royer on viola are the lead voices, creating dense ensembles that include Fields’ tonal distortions and feedback along with Fügemann’s always stimulating cello.

These are spontaneous and innovative performances that become more logical with each listen — Scott Yanow,    Challenge Records



Das Streicher-Kammerensemble als Medium   zur expressiven Konzentration, für Abenteuerlust, Wagemut und kompromisslose Strenge auf der einen Seite, die Jazzgitarre als Impulsgeber, als Erzähler, zwei Welten, die sich im Feartet von Scott Fields begegnen.

Wenn man die neue CD des aus Chicago stammenden Gitarristen zum wiederholten Male furchtlos durchgehört hat und darüber staunt, wie mitreißend-hypnotisch hier selbst die sperrigsten Klangwelten inszeniert werden, dann hat sich jedes Nachdenken über Crossover-Begriffe längst verflüchtigt Quartettbesetzung zu bilden.

Aber was sind schon Rollenverteilungen, wenn doch Variabilität und das Austesten von Konstellationen auf der Agenda stehen? Axel Lindner (violin), Vincent Royer (viola) und Elisabeth Fügemann (cello), die auch Jazz-Cello studiert hat, stehen dem freigeistigen Gitarristen auf jeden Fall als extrem wagemutige Musikerpersönlichkeiten aus der Kölner Szene zur Seite. Und dann geht es auch schon ohne weitere Gelegenheit zum Atemholen oder Zurücklehnen nach vorn. Da tropfen gerade noch einige puristische Webernsche Klangtupfer von der Decke hinab — minutiös und formstreng herausdestillierte Klangereignisse sind das! Aber der einsetzende, ruhelos vibrierende Spielfluss von Scott Fields’ Gitarre versetzt alles sogleich in lässiges Swingen und in einen schier rauschhaften Fluss hinein. Fields gibt mit seinen Fingen die Richtung dieses Ideenflusses vor und lässt sich all dies mit den Klangfarben des Quartetts übermalen. Das setzt en dissonantes Actionpainting mit akustischen Signalen, verdichteten Geräuschwelten mit jeder Verweigerung an das banale „Schöne“, dafür mit furchteinflößender Kratzbürstigkeit frei. Bögen sausen und dreschen perkussiv über die Saiten. Es fetzt, flirrt und gleißt, Klangkaskaden brechen wie Eruptionen aus dem Instrumentarium hervor. Spielerische Gesten verwirbeln sich, werden im wütenden Sturm fortgerissen. Das Ganze ist genau dosiert, erscheint bei mehrmaligem Hören immer ausdifferenzierter, denn die zugrundeliegende Ideenfülle ist immens und geht weitgehend auf Scott Fields kompositorische Feder zurück.

Die Stücke auf der CD wechseln in ihrem Gestus, ihrem Tempo, ihrer Grundidee. Mal baut alles auf einer Grundstruktur auf, doch dann swingt, groovt und rockt es auch schon wieder. Es ist eine Spiellust, die zur Spielwut wird. Die sämtliche Klangmöglichkeiten des Streichquartetts auslotet und mit dem ganzen expressiven Reichtum eines wagemutig nach vorn blickenden elektrischen Gitarrenspiels durchtränkt und gesättigt ist. „Es geht nicht darum, unsere Hörgewohnheiten zu reflektieren, sondern darum, unsere Ohren zu öffnen für eine Neuinterpretation des bisher Gehörten“, findet sich der hohe Anspruch dieser Produktion im Begleittext auf den Punkt gebracht. Scott Fields hat hiermit zum ersten Mal auf dem Label Between the Lines veröffentlicht. Auf jeden Fall ist er dort in guter Gesellschaft mit früheren Weggefährten in Sachen freier Musik, etwa Gerry Hemingway oder Frank Gratkowski. Auch mit Marylin Crispell oder Hamid Drake war er schon unterwegs. Aktuell lebt er in Köln und spielt dort regelmäßig mit fast einem Dutzend Ensembles zusammen. — Stefan Pieper,   Jazzthetik



Guitarist Scott Fields String Feartet’s   Kintsugi has fiery avant-garde explorations from his violin-viola-cello quartet.

Guitarist Scott Fields was born and raised in Chicago. He originally played with both rock and avant-garde groups for several years, doubling on saxophones. Fields actually stopped active performing for 15 years starting when he was 23, working outside of music in Madison, Wisconsin while gaining degrees in journalism, economics and mass communications. However he was drawn back to music, moving to Cologne, Germany and becoming a major force in European jazz. He has mostly performed with top American and European greats in avant-garde music ever since including Michael Bisio, Marilyn Crispell, Hamid Drake, Michael Formanek, Gerry Hemingway, John Hollenbeck, Rob Mazurek, Myra Melford, Elliott Sharp and many others.

Fields’ String Feartet is a well named quartet that also features violinist Axel Lindner, Vincent Royer on viola and cellist Elisabeth Fügemann. Fields contributed the five compositions which include such intriguing song titles as “Sexual Perversity In Chicago,” “The Tragedy Of Spade Cooley” and “Snail Fight.”

The music on this unique set may not always be fearful but it is certainly quite avant-garde, with the written sections leading logically to the free group improvisations. Violinist Lindner and Royer on viola are the lead voices, creating dense ensembles that include Fields’ tonal distortions and feedback along with Fügemann’s always stimulating cello.

These are spontaneous and innovative performances that become more logical with each listen. — Scott Yanow,   Challenge Records



Eine elektrische Gitarre trifft auf   ein Strichtrio — eine seltene Kombination, die hier maßgeblich vom amerikanischen Gitarristen Scott Fields mit Leben gefüllt wird. Irgendwo zwischen Improvisation und Neuer Musik bewegt sich sein String Feartet — und dass die gestrichenen und gezupften Saiten von Cello, Viola, und Violine öfter mal an den Nerven zerren, dürfte zum Konzept gehören. Dazu gehört auch ein schrägen Humore, der sich bei Fields in Titeln wie „Sexual Perversity in Chicago“ (dort ist der Gitarrist aufgewachsen) oder „The Tragedy of Spade Cooley“ — die darin besteht, dass die Western-Swing-Legende seine Frau totgeschlagen hat — niederschlägt. Die drei Streicher Elisabeth Fügemann, Axel Linder und Vincent Royer hat Fields in seiner Wahlheimat Köln entdeckt und sie folgen ihm furchtlos in seine verschrobenen Welten. Da kratzen die Bögen nahe am Steg und die daraus resultierenden Geräusche mischen sich mit dem dosierten Feedback der Gitarre — der Mut zum Experiment dominiert, der Rest wird sich finden. — Rolf Thomas,   Jazz Thing



„Feartet”? Viertett? Quartett! Scott Fields,   der in Köln lebende Meisterkomponist und Gitarrist im kunterbunten Nowhere Land zwischen freier und kollektiver Improvisation und zeitgenössischer, ergo Neuer Kammermusik, spielt mit Titeln seiner, hm, was nun, Kompositionen wie mit Tönen und Klängen. Aber keine Sorge, zum Fürchten gibt’s vom Feartett gar nichts, jedenfalls wenn man den Starttitle „Sexual Perversity in Chicago” (sic!) „dutch” hat, das hochdramatische Entree zu „Kintugi”. 1995/2010 Scotts „Fugu”. 2011 die „Minaret Minuets” mit Matthias Schubert und 2012 das Großoeuvre von „Moersbow” und „OZZO”, alle hier besprochen, nein: bejubelt, und nun drei Streicher und ein Zupfer, Elisabeth Fügemann, Cello, Axel Lindner, Violine und Vincent Royer, Viola, alles hochdekorierte Musici, immun gegen alles Blendwerk. Wie Scott. Dessen Musikauffassung betört ungebrochen. Er ist ein Faszinosum, und diese Musik ist es auch. „A future congressman” ist wesentlich freundlicher als der Sumpf in der Windy City. Kaum noch Tutti-Kakophonie, viel spontan Dialogisches, subtil alles, ein Vergnügen in Pastellfarben mit ein paar kräftigeren Tupfern. „The tragedy of Spade Cooley” assoziiert frei über Leben und Tod des einstigen Musikstars (mit Stern in Hollywoods Walk of Fame) und eifersuchtsgeschüttelten Mörders seiner Frau, die was mit Roy Rogers gehabt soll, als veritables Dramolett, als spannende Kurz-Bio und damit partout nix für Improvisations-Novizen, die auch in „That’s my puggle” stranden würden. Weil: Wer macht schon Neue Musik über einen Hund?? — Tja, und zum Schluss das Opus Magnum, 20 Minuten „Snail Fight”. Schneckenflug, Schneckenflucht — in jedem Fall sowas wie ein innerer Widerspruch, der qua Improvisation aufgelöst wird. Das ist Scott Fields par excellence, wirklich ein Jackson Pollock des kammermusikalischen Action Paintings. Ein Meister des feinen Strichs, ein König. Und sein Feartet ist ein ganzes Königreich. — Alexander Schmitz,   Jazz Podium



For people that like dissonance   in their jazz/classical sounds, this four piece string crew sounds like they are ready to roll off the rails at a moments notice. As much 80s No Wave as anything else, betcha this is what Hendrix would have sounded like if he lived and wound up recording for Masterworks. This is what happens when a white guy in his mid 50s started out in Chicago hanging out with AACM before growing up and moving to Germany. Crazy stuff for those that appreciate right on, improvised, free jazz. — Chris Spector,   Midwest Record



Schon seit etlichen Jahren wirkt   der amerikanische Gitarrist Scott Fields (*1956) in Köln und hat guten Kontakt mit der benachbarten europäischen Improvisationsszene. Zu seinen diversen Projekten gehört nach dem “String Octet” nun auch das “String Feartet”, und die Integration von elektrischer Gitarre mit den drei Streichern fühlt sich natürlich an, nicht zuletzt weil auch diese kompetente virtuose Grenzgänger zwischen Klassik und Jazz sind. Der Name “Feartet” ist pure Ironie. Mit Ängstlichkeit oder Webernscher Tonrationierung hat dieses Quartett wirklich nichts zu tun. Die musikalische Dichte — besonders der ersten CD — erinnert an Ornette Colemans harmolodische Streicher-Experimente. Meistens dominieren kollektive Prozesse, nicht grosse Soli. Mit eigenem Humor erkundet Fields Synergien zwischen Komposition und freier Improvisation, die er derart verschränkt, dass sie oft kaum unterscheidbar sind: “Einzelne Teile dürfen frei vermischt, Loops verlängert oder verkleinert und geschriebene Teile unabhängig voneinander gespielt werden. Die Solisten können auch mit Handzeichen den nächsten Teil abrufen, die Dynamik und das Tempo ändern und sich ein Solo erkämpfen.” Mit Bartókscher Energie und Free Jazz-artigem Flow ging es beim ersten Stück “Kintsugi” resolut und pulsierend zur Sache. Die Interaktion ist lebhaft, und wie oft in neuer Musik ist in den vier Stücken (Dauer acht bis 20 Minuten) in jedem Moment die Information mehrschichtig mit mindestens zwei Handlungssträngen, was konzentriertes Zuhören verlangt. Die späteren Stücke neigen zu virtuosen Episoden ohne fühlbaren grösseren Zusammenhang. Aber da war das “Feartet” auch noch ein neues Team. Die Doppel-CD “Haydn” hat einen anderen Ansatz. Das sechsteilige Werk entstand als Kompositionsauftrag des Haydn Festivals in D-Brühl. Von Haydn, dem Innovator des 18. Jahrhunderts, hat Fields die Sonnenquartette (op. 20) radikal dekonstruiert und melodische, harmonische und kontrapunktische Elemente übernommen und natürlich mit viel freitonaler Improvisation kombiniert. Die dichten Tracks entfernen sich weit von Gestalt und Klang der Originale und sind am besten unabhängig zu hören. Suite 3 übernimmt die Rhythmik und fetzt stellenweise wie eine ungarische Tanzmusik. Spannend wirds, wenn die Klassik-Bezüge deutlicher durchscheinen, wie in Suite 4 und 6. Enthielt “Kintsugi” noch vorwiegend Rearrangements früherer Stücke, so wurden die “Komprovisationen” der neuesten CD “Mostly Stick” fast ausnahmslos speziell für dieses Quartett konzipiert. Das erste Stück “Hello to Jason Issacs” ist eine “Strafaufgabe” für die Cellistin Fügemann, die sich etwas unterfordert fühlte! Bewusst hat Fields hier weniger komplex geplant, aber es passiert immer noch genug und zwischendurch steigert sich die Handlung zu heftigen “Luftkämpfen”. Mit Dynamik und Dichte gehen die Spieler ebenso prägnant um wie mit anderen Teilaspekten. Auch wenn die Improvisatoren viele Optionen haben, wird mit dem spontan Ausgewählten dezidiert gearbeitet, wodurch die kollektive Improvisation eine klare Gestik und Gliederung erhält. Dies ist eine echte Pionierleistung, die bei mehrmaligem Anhören gewinnt und die besonders Liebhaber moderner Streichquartette nicht verpassen sollten. — Jürg Solothurnmann, Jazz ’N’ More