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Frail Lumber
Moersbow/OZZO
Minaret Minuets
Afiadacampos
what we talk
Samuel
Music for the radio program This American Life
Drawings
Scharfefelder
Bitter Love Songs
Beckett
We Were The Phliks
Song Songs Song
christangelfox
Plunderplunderphonics
From the Diary of Dog Drexel
96 Gestures
this that
Mamet
Dénouement
Hornets Collage
Five Frozen Eggs
48 Motives
Sonotropism
Disaster at Sea
Fugu
Running with Scissors
Frail Lumber stellt das neueste
Scott Fields Ensemble vor, nun mit gleich zwei E-Gitarren (die andere spielt Elliott Sharp), Daniel Levin und Scott Roller, cello, Axel Lindner und Mary Oliver, v, und Jessica Pavone und Vincent Royer, viola, und zwar in fünf Stücken, von denen vier zwischen 15 und 19 Minuten lang bzw. lang ausfallen. Ziricote dürfte ähnlich entstanden sein wie die Stücke damals auf Fugu, mit notierten Vorgaben, über die zunehmend freier improvisiert wird. Auch hier wieder fasziniert, dass man bei Fields immer den Eindruck hat, es mit sehr wohl konstruierten Formen des Abstrahierens zu tun hat. Das wird im zentralen Werk Paulownia besonders gut erkennbar, in dem eine Gitarre und dann ein gezupftes Cello zeitweilig für laufbassähnliche Linien sorgen, die in ihrer rhythmischen Beständigkeit den Zusammenhalt des Ensembles sichern. Das ist keine Konzession, sondern das entspricht ziemlich genau dem Ort, an dem Scott Fields sich offenkundig am wohlsten fühlt und auch, als Komponist wie als Musiker, am besten ist: wenn er den Kreis schließt, in dem freier Jazz und moderne Kammermusik eins werden. Er ist halt der mild maniac unserer Tage. Immer Poet, nie Anarchist.
Alexander Schmitz, Jazz Podium
»Blahblahblah« steht auf der Website
von Scott Fields als Überschrift zum Thema ausführliche Biografie. Ist einem natürlich gleich sympathisch, wenn sich jemand nicht ganz so wichtig nimmt. Vor allem dann, wenn sich diese Biografie durchaus spannend liest. Vom »Spotter« für Drogendealer (die Kindheit und Jugend in Chicago) über den eher schrillen Einstieg in die Rockmusik (zunächst) bis hin zur Übersiedlung nach Köln, wo Fields mittlerweile eine ziemlich gut gesettelte Figur in der einschlägigen Szene sein dürfte. Renommierte Namen wie Frank Gratkowski oder Carl Ludwig Hübsch tauchen da auf, echte Kapazunder, die sich mit hörbarer Spielfreude in dieses frei und doch nicht frei improvisierende Großensemble unter Dirigent und Komponist Scott Fields einfügen. Worum aber geht es? Einmal mehr um moderne, um improvisierte Kammermusik. In dieser und für diese sucht Fields nach Strukturen (früher regelrecht »besessen«), ohne dabei den Terminus »post-free« überstrapazieren zu wollen. Trotzdem trifft es das ein wenig. Sowohl das Multiple Joyce Orchestra wie auch das Ensemble musizieren frei (ergo atonal, dissonant, mitunter eruptiv) wie auch nach vorgegebenen Strukturen, die aber die Improvisationen maximal harmonisch oder motivisch lenken, keinesfalls konkrete Tonfolgen vorgeben. Fields Stücke können also je nach Aufführung ziemlich verschieden klingen wobei davon ausgegangen werden kann, dass es keine Aufführung gibt, bei der alle Musiker plötzlich nur wohlgefällige Harmonien spielen. (Warum eigentlich nicht? Weil das nicht »post-free« wäre?) Hier beißt sich die Konzertkatze letztlich in den improvisierten Schwanz, denn trotz der durchaus elegant und effizient eingeführten Strukturen (das Ensemble wird etwa durch den Einsatz bzw. das Wechselspiel zweier E-Gitarren gewissermaßen formatiert) verschütten die genretypischen Disharmoniekaskaden mitunter das fragile Netz des Kompositorischen. Zu einschlägig, zu redundant, zu wenig nach individuellem Ausdruck klingt dieses freie Gewusel, so dass man beim Hören immer wieder von einem disharmonischen
tja
eben
»Blahblahblah« erschlagen wird. Fields selbst versteht seine Kompositionen als »explorativ«, als Entdeckungsreisen für Komponist und Musiker gleichermaßen. Als Hörer muss man entsprechend die Bereitschaft mitbringen, wirklich zu entdecken und nicht bloß Gewohntes wiederzufinden. Das ist nur zu unterschreiben. Leider sind eben viele Hörresultate der frei improvisierten Musik zu einem ebensolchen Gewohnten geworden. Da würde man sich frei nach John Cage anstelle freier Improvisationen lieber frische Improvisationen wünschen.
Curt Cuisine, Skug
J'ai beaucoup aimé ce disque
que l'on ne peut classer dans le jazz à proprement parler. Il s'agit de nouvelles musiques. Nous sommes dans l'avant-garde avec des résonances à la musique classique contemporaine. L'ensemble à cordes (2 violons, 2 altos, 2 violoncelles, 2 guitares électriques) réunit des musiciens expérimentés habitués de travailler dans un contexte de composition et d'improvisation (Axel Lindner, Mary Oliver, Jessica Pavone, Vincent Royer, Daniel Levin, Scott Roller, Elliott Sharp, Scott Fields). Cinq morceaux (dont quatre assez longs) aux ambiances variables. C'est parfois angoissant, grisant, électrisant. De belles explorations sonores où la guitare électrique apporte une bonne couche de muscle là où les cordes glissent à souhait. Musique dramatique, sèche, mais gratifiante!
Maxime Bouchard, Dans Journal d'écoute
Les cordes de Scott Fields
ont de la suite dans les idées et le sens des hautes voltiges. Leur nature première se nomme inquiétude, leur seconde dissonance. Elles ne savent que se mêler et pulvériser le contrepoint naissant. Ces cordes disent la menace et la désorganisation. Elles activent de bien étranges circulations: lignes fuyantes en transit (Ziricoté), masse hurlante ne trouvant jamais déchappée (Koa), basse continue brésillée par de bruitistes guitares (Paulownia), archets hurlants de terreur (Cocobolo), entorses fulminantes (Bubinga). Ici, lalphabet du désagréable trouve son idéal dictionnaire.
Ces cordes saillantes et cisaillantes, oppressantes, menaŤantes, le sont grâce à Mesdames Jessica Pavone et Mary Oliver & Messieurs Scott Fields, Daniel Levin, Axel Lindner, Scott Roller, Vincent Royer et Elliott Sharp. On souhaite vivement les réentendre.
Luc Bouquet, Le son du grisli
Scott Fields penchant for overlaying
antithetical forms of instrumental action typically involving cross-pollinations of improvised sections and more composed structures finds one of its peak expressions in Frail Lumber, a project carried on with the aid of a string ensemble featuring cellists Daniel Levin and Scott Roller, violists Jessica Pavone and Vincent Royer, violinists Alex Lindner and Mary Oliver plus Elliott Sharp on guitar as well as the leader. The groups partitioning in four twos of equal instruments is obvious, but this does not imply separation between the parts or disorganized and fragmented music. The five chapters a total of about 67 minutes appear in fact as mutating aggregates of harmonic question marks where, in turn, beauty of timbre, displacement of pulse and a general disinclination to follow pre-set strides acquire importance depending on the participants instinctive gestures and choices.
Speaking of which, Fields did give instructions to the performers while setting their decisions and respective sensibilities within a looping fabric where by wordlessly nodding at certain points everyone can invite other members to join the circumstantial happenings with on-the-spot phrases and movements that help the agglomerative flow to remain complex in relative stability. The composer calls this procedure a fancy cueing system, but the lightness of the definition is inversely proportional to the gravity of the resulting music. We remain affected by the awesome electro/acoustic chromaticity, by alternating relative quietness and gradually mounting nervousness, and especially by how effectively a procedure that might potentially lead to untidy scenarios consolidates instead the musicians diverse voices and personalities into a cohesive unit. The wealth of involuntarily synchronic sketches even permits the camouflaging of melodic snippets amidst shifting accumulations of tension, as evidenced by the opening moments of Paulownia (all titles refer to types of woods and/or trees).
Make no mistake: this is not an album for enticing an unsuspecting partner during a candlelight dinner. But its definitely one of the Cologne-based Chicagoans finest ever releases.
Massimo Ricci, The Squids Ear
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